Erinnerungskultur

Teaser Erinnerungskultur

Im Rahmen eines Erinnerungsprojekts von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Bad Iburg (GBI) und der Integrierten Gesamtschule Osnabrück (IGS) wurde an einigen Stellen auch über die Geschichte von L&T berichtet. In diesem Zusammenhang wurden Anschuldigungen laut, unser Unternehmen hätte sich seiner Geschichte nicht gestellt. Dieser Eindruck ist falsch. Wir wissen, dass L&T in seinen Ursprüngen der erfolgreichen Arbeit jüdischer Kaufleute zu verdanken ist. Das haben wir in einer umfangreichen Studie untersuchen lassen und daraus auch Konsequenzen für unseren Umgang mit der Geschichte innerhalb des Unternehmens gezogen.

 

Wir mussten jedoch feststellen, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, wir würden unsere Vergangenheit nicht angemessen würdigen. Das geht auch aus dem Brief hervor, den die Schüler:innen des Gymnasiums Bad Iburg (GBI) und der Integrierten Gesamtschule Osnabrück (IGS) an die NOZ geschrieben haben und den wir hier auf ausdrücklichen Wunsch der Jugendlichen veröffentlichen. Die dort erhobenen Vorwürfe bezüglich der fehlenden Unterstützung des Erinnerungsprojekts für Lea Levy beschämen uns. Dieser Fehler hätte uns nicht passieren dürfen. Denn unser Bild in der Öffentlichkeit, ganz besonders mit Blick auf unsere Geschichte, ist uns nicht gleichgültig. Darum nehmen wir den Brief der Schüler:innen zum Anlass, jetzt auch öffentlich deutlicher über unsere historischen Wurzeln zu sprechen.

 

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden bis 1938 etwa 60 Prozent aller jüdischen klein- und mittelständischen Unternehmen wie Warenhäuser, Arzt- und Anwaltspraxen, Werkstätten, Geschäfte und Kleinkrämerläden enteignet.[1] Auch L&T ist aus dieser erzwungenen Arisierung hervorgegangen und stellt sich seiner Verantwortung intern schon seit langem. Das werden wir nun auch öffentlich tun. Als ersten Schritt veröffentlichen wir darum hier die von uns in Auftrag gegebene Dokumentation aus dem Jahr 2010. Die Dokumentation spricht für sich. Jede und jeder kann sie lesen und sich selbst ein Bild machen. Wir werden im nächsten Schritt im Dialog mit den jungen Menschen darüber nachdenken, wie wir unsere Geschichte in Zukunft angemessen darstellen können.

 

[Abbildung oben zeigt die errichtete Gedenkstätte für diskriminierte und ausgeschlossene jüdische Sportlerinnen und Sportler auf dem Gelände des Osnabrücker Sportvereins (OSC) und ist Bestandteil des schulübergreifenden Erinnerungsprojekts.]

 


[1] Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Stiftung Deutsches Historisches Museum, Lebendiges Museum Online (Lemo), https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/industrie-und-wirtschaft/arisierung.html, aufgerufen am15.12.2021

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